Drei Betrachtungen von Dörte Hentschel:

Eine kurze Beschreibung: Was machen ErzählerInnen?

Ungebunden von festgeschriebenen Texten erzählen ErzählerInnen Mythen und Märchen, Sagen und Schwänke.
Ihre Quellen sind Bücher, ErzählerInnen, Filme, Hörspiele und eben das Leben.
Ihr Material sind die Bilder der Geschichten.
Ihr Werkzeug sind Stimme und Sinne, Phantasie und Raum.
Stets im Kontakt mit ihrem Publikum, greifen sie Stimmungen auf, beziehen aktuelle Situationen in die Erzählung ein, sind Kommentator und Moderator, sind Erzähler_innen, die mit gewandten Worten die Geschichten von ihrem Anfang bis zu ihrem Ende weben.

Die Arbeit von GeschichtenerzählerInnen

Weder mit einem Text vor der Nase noch mit auswendig gelernten Worten, sondern die Bilder der gesprochenen Worte führen das Publikum an ferne Orte und in längst vergangene Zeiten.
Dabei erzählen auch die Hände, das Gesicht, der ganze Körper mit.
Stimmungen entstehen, in der Raum und Zeit sich ausdehnen und zusammenziehen wie ein Gummiband.
Frei aus dem Kopf erzählen sie ihre Geschichten:
von dem Jungen in zerrissenen Kleidern mit lachendem Gesicht;
vom Kampf der mutigen Heldin gegen einen riesigen feuerspeienden Drachen;
oder davon, wie der Wind bunte Blätter über Hügel und Täler davon weht.

ErzählKunst – ist un(an)fassbar

Geschichten erzählen ist wie Geschenke auspacken.
Langsam entfalten die gesprochenen Worte ihre Wirkung. Das Publikum lehnt sich zurück, es genießt die Worte, es genießt die Gesten und es genießt die Mimik des Erzählers.
Es sind aber nicht Worte und nicht Gestik und nicht Mimik, welches das Publikum mit nach Hause nehmen wird. Es sind die Bilder, die durch Worte, Gestik und Mimik entstehen.
Es ist das zauberhafte Kopfkino, das die Zuhörenden mitreißt.
Mitreisende sind die Zuhörenden. Mitreisende durch Zeit und Raum in die Welt der Geschichten.

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